{"id":658,"date":"2017-07-03T10:25:15","date_gmt":"2017-07-03T14:25:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.bu.edu\/mzank\/?p=658"},"modified":"2017-07-03T10:25:15","modified_gmt":"2017-07-03T14:25:15","slug":"trinidad-in-santo-spiritus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.bu.edu\/mzank\/2017\/07\/03\/trinidad-in-santo-spiritus\/","title":{"rendered":"Trinidad in Santo Spiritus"},"content":{"rendered":"<p>[Sonntag 4. Juni, La Boca bei Trinidad, Santo Spiritus]<\/p>\n<div id=\"attachment663\" style=\"width: 202px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4761.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment663\" loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4761.jpg\" alt=\"Historic Trinidad, a UNESCO world heritage site.\" class=\"size-full wp-image-663\" height=\"256\" width=\"192\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment663\" class=\"wp-caption-text\">Historic Trinidad, a UNESCO world heritage site.<\/p><\/div>\n<p>Letzten Dienstag fuhren wir nach Trinidad. Dort war unser Sohn mit seinem Patenonkel Tom\u00e1s Anfang Januar gewesen. Sie fanden damals fast keinen Raum in einer der vielen Herbergen In der Nebensaison hatten wir keinerlei Schwierigkeiten dieserart. Unsere von Katya empfohlene Herbergsmutter Theresa, eine gestrenge Hausherrin, holte uns vom Busbahnhof ab. Sie hatte einen Tr\u00e4ger mit Karre angeheuert, auf unsere Kosten, die er uns erst bei der Ankunft mitteilte. Zu teuer, wie wir fanden. Erst sp\u00e4ter wurde uns klar, dass in Trinidad alles etwas teurer ist als sonstwo. Die Stadt lebt vom Tourismus.<\/p>\n<div id=\"attachment662\" style=\"width: 266px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4757.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment662\" loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4757.jpg\" alt=\"Laundry drying under the mango tree of our casa in Trinidad.\" class=\"size-full wp-image-662\" height=\"192\" width=\"256\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment662\" class=\"wp-caption-text\">Laundry drying under the mango tree of our casa in Trinidad.<\/p><\/div>\n<p>Theresa und Rodolfo, ein fast erblindeter aber stolzer und aktiver ehemaliger Tierarzt, leben in einem alten kolonialen Anwesen auf der Piro Guinart, eine der Hauptdurchgangsstra\u00dfen, ganz in der N\u00e4he des Viazul Bahnhofs und nur Schritte von der Kopfstein gepflasterten Altstadt. Dieses von der UNESCO anerkannte Weltkulturerbe hatte das Gl\u00fcck, dass der Aufschwung des Landes, der auf den Unabh\u00e4ngigkeitskrieg folgte, an ihm vorbei ging. So blieb die koloniale Architektur erhalten. Lange vernachl\u00e4ssigt, wurde Trinidad zur ersten Tourismusmonopole der speziellen \u00c4ra, die auf den Zusammenbruch der Sowjetunion folgte. Die heute nur m\u00fcde drei bis vier Sterne aufweisenden Ressorthotels entlang der Landzunge von Ancon waren der erste Versuch des Landes, mit den schon lange etablierten Zentren des internationalen Karibiktourismus zu konkurrieren. Wenn im wesentlich eleganteren und bekannteren Varadero heute die Str\u00e4nde von Orkanen weg gesp\u00fclt werden, wird der wei\u00dfe Sand aus Ancon dorthin gekarrt, wo er n\u00f6tiger gebraucht wird. Varadero hat sonst nichts Trinidad Vergleichbares aufzubieten. Weitere Attraktionen: Topes de Collantes, ein touristisch erschlossenes Wandergebiet in der Sierra del Escambray und die ehemalige Goldmine Kubas, will sagen, was von der Zuckerrohrproduktion noch \u00fcbrig ist und einem in einem Tal \u00f6stlich von Trinidad beispielhaft und touristisch erschlossen vorgef\u00fchrt wird. Ebenso interessant, aber nicht touristisch entschlossen, ist die Tatsache, dass in den vielen nat\u00fcrlichen Erdh\u00f6hlen des karstigen Mittelgebirges geheime Waffen- und Munitionslager der kubanischen Armee untergebracht sind. Weshalb wir das wissen, darf ich leider nicht sagen. Ein Bekannter aus Trinidad hat es uns erz\u00e4hlt, der seine Wehrpflicht gleich hier in der N\u00e4he damit verbracht hat, auf diese Waffenlager aufzupassen. Will sagen, er hat sein Pflichtjahr damit verbracht, so viel wie m\u00f6glich heimlich zu lesen.<\/p>\n<p><a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4782.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4782.jpg\" alt=\"IMG_4782\" class=\"alignleft size-full wp-image-664\" height=\"192\" width=\"256\" \/><\/a> <a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4788.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4788.jpg\" alt=\"IMG_4788\" class=\"alignleft size-medium wp-image-665\" height=\"192\" width=\"256\" \/><\/a> <a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4789.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4789.jpg\" alt=\"IMG_4789\" class=\"alignleft size-medium wp-image-666\" height=\"192\" width=\"256\" \/><\/a> <a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4791.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4791.jpg\" alt=\"IMG_4791\" class=\"alignleft size-medium wp-image-667\" height=\"192\" width=\"256\" \/><\/a> <a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4798.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4798.jpg\" alt=\"IMG_4798\" class=\"alignleft size-medium wp-image-670\" height=\"192\" width=\"256\" \/><\/a>Nach zwei hei\u00dfen N\u00e4chten in Trinidad wechselten wir nach La Boca, einer alten Fischersiedlung, heute ein proletarischer Badeort f\u00fcr einheimische Familien, die ab Freitag Abend Trinidad\u00a0den R\u00fccken kehren und so viel Zeit wie m\u00f6glich am Strand verbringen. Wir hatten uns in Trinidad Fahrr\u00e4der ausgeliehen und waren nach La Boca geradelt, auf der Suche nach m\u00f6glichen <em>casas particulares, <\/em>von denen es hier etliche gibt, auf der Suche nach Badestr\u00e4nden und um Korallenb\u00e4nke zu betauchen. Wir fanden alles ohne Probleme. Erst badeten wir direkt am Ort, dann radelten wir weiter bis La Batea. Dort liehen wir Flossen, Tauchermasken und Schnorchel aus und verbrachten mehrere Stunden in der Korallenlandschaft direkt am Ufer der Karibik, die einen atemberaubenden Artenreichtum von tropischen Fischen und Seeigeln bereithielt. Wir bekamen dort auch etwas zu essen und beobachteten sp\u00e4ter wie eine Gruppe von jungen neureichen Kubanern stark angetrunken mit ihren Bierflaschen im Wasser herumstolperten. Sie fragten uns, ob es sich lohne, hier zu tauchen. Bei unserem ersten Treffen mit unserem neuen trinitarischen Freund hatte er von diesem Ph\u00e4nomen gesprochen. Das Erziehungswesen gehe aufgrund der Unterbezahlung der Lehrer kaputt. Die junge Generation habe keine Achtung vor ihren Lehrern. Jeder mag nur an sich raffen, was er kann. F\u00fcr Politik interessiere sich niemand. Eine konsums\u00fcchtige Generation, die wenig zu konsumieren findet und umso gro\u00dfkotziger mit dem auftrumpft, was sie hat. Genauso schien es mir. Miriam war anderer Ansicht. Sie hatte Sympathie f\u00fcr die Leute und kam mit ihnen ins Gespr\u00e4ch. Sie seien eigentlich ganz nett.<\/p>\n<p><a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4793.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4793.jpg\" alt=\"IMG_4793\" class=\"alignleft size-medium wp-image-669\" height=\"256\" width=\"192\" \/><\/a>Am n\u00e4chsten Tag zogen wir nach La Boca um. Von Trinidad hatten wir irgendwie genug gesehen, obwohl wir eigentlich nichts gesehen hatten. Wir hatten eine Unterkunft gefunden, die uns gefiel, obwohl der junge, gut Englisch sprechende Hausherr arrogant und unangenehm wirkte. Die Angestellte war umso netter. Von der Familie hatte sonst niemand besonders mit uns zu tun. Am Tag unserer Ankunft hatte die zweij\u00e4hrige Tochter Geburtstag. Es gab einen Riesenkuchen und Besuch. Wir waren nicht eingeladen. Vom Kuchen war nachher nichts mehr \u00fcbrig. Das Zimmer war gro\u00df, privat im Obergescho\u00df mit Balkon nach vorne und hinten. Insofern nicht schlecht. Teuer war es auch und es schien uns im Nachhinein, dass die Familie die Wohnung nur deshalb an G\u00e4ste vermietet, weil sie sich dadurch eine Haushaltshilfe erlauben konnte. Die ganze Sache war irgendwie undurchsichtig. Ich war den n\u00e4chsten Tag krank und blieb im Bett. Den Abend zuvor hatte ich lange an meinem Jerusalembuch herumkorrigiert und dabei zu viel Rum getrunken. Miriam musste alleine schnorcheln.<\/p>\n<p><a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4810.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4810.jpg\" alt=\"IMG_4810\" class=\"alignleft size-full wp-image-672\" height=\"256\" width=\"256\" srcset=\"https:\/\/blogs.bu.edu\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4810.jpg 256w, https:\/\/blogs.bu.edu\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4810-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><\/a> <a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4853.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4853.jpg\" alt=\"IMG_4853\" class=\"alignleft size-medium wp-image-674\" height=\"256\" width=\"192\" \/><\/a> <a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4874.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4874.jpg\" alt=\"IMG_4874\" class=\"alignleft size-medium wp-image-676\" height=\"256\" width=\"192\" \/><\/a>Gestern wurden wir dann von unserem neuen Freund und einem Fahrer, den er organisiert hatte, abgeholt, um in den Topes de Collantes zu wandern. Sie halfen uns zun\u00e4chst beim Umzug in eine andere Herberge in La Boca. Danach ging\u2019s hinauf in die Berge. Dort gefiel es uns wie erwartet gut. Wir hatten vorher schon im Internet nach Unterkunft in den Bergen gesucht. Auf dem Weg sahen wir den \u00fcblichen blauen Anker und hielten an, um uns die Bleibe anzusehen. Ein bisschen muffig, aber erschwinglich und direkt in den Bergen. Vielleicht n\u00e4chstes Mal.<\/p>\n<p>Der erste Teil des Parks (Guanayara) war zwar nicht besonders aufregend aber trotzdem lehrreich. Die Kaffeeplantagen erinnerten uns an Kerala. Ebenso wie die hier \u00fcberall reifenden Mangos kamen der Kaffee, die Bananen, die man, bis die Touristen kamen, nur <em>platanos <\/em>genannt hatte, und wer wei\u00df was noch f\u00fcr Pflanzen und Tiere von anderswo. Die menschlichen Ureinwohner, die auch von anderswo gekommen waren, hielten in kleinen Gruppen in den W\u00e4ldern nahe Baracoa noch bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts aus, dann vermischten sich die Reste mit wem auch immer. Zwischendurch h\u00f6rten wir das merkw\u00fcrdige Gurren des Nationalvogels Tocororo, sahen aber sonst keine Spur seines blau-wei\u00df-roten Gefieders. Unsere ortskundigen Freunde hielten unterwegs an, damit wir die wei\u00dfe Nationalblume Mariposa riechen und bewundern konnten, von der es hei\u00dft, dass Frauen sie w\u00e4hrend des Unabh\u00e4ngigkeitskrieges im Haar trugen, um ihren kriegsgefangenen V\u00e4tern, Br\u00fcdern und S\u00f6hnen heimlich Nachrichten zu zuspielen. Das gro\u00dfe Thema der Gegend von Trinidad ist die Trockenheit. Auch das erinnerte uns an Kerala. Klimaver\u00e4nderung macht nicht an nationalen Grenzen halt. Die Berge hier sind br\u00e4unlich. Dieses Fr\u00fchjahr mangelte es an Regen. Weil es so trocken ist, produziert die Tageshitze kein Kondensat, das sich am Nachmittag oder gegen Abend ausregnen k\u00f6nnte. Die Fl\u00fcsse und Seen haben Niedrigwasser. In Trinidad gibt es rationierte Wasserverteilung. Den Leuten mangelt es bereits an Seife. Wenn ihnen nun auch das Wasser ausgeht, langt es auch nicht mehr f\u00fcr den Tourismus.<a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4871.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4871.jpg\" alt=\"IMG_4871\" class=\"alignleft size-medium wp-image-675\" height=\"256\" width=\"192\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der zweite Spaziergang f\u00fchrte uns an den Wasserfall von Las Vegas, den auch unser Ortsfreund noch nicht gesehen hatte. Abstieg und Wiederaufstieg hatten es in sich, aber es lohnte sich. Das Wasser teilt sich trotz des ungew\u00f6hnlich geringen Volumens in zwei elegante Linien und st\u00fcrzt mittig in ein tiefes Becken. Die Szene h\u00e4tte kein Gartengestalter besser anlegen k\u00f6nnen. Wir schwammen im k\u00fchlen Teich, erkundeten die kleine H\u00f6hle hinter dem Wasserfall und beobachteten Eidechsen auf der Balz.<\/p>\n<p>Im Auto warteten <em>platanos, frutas de mamay <\/em>und warmes Bier. Wir hielten am Ausschank einer Kaffeeplantage. Das Unternehmen bl\u00fcht. Die \u00e4u\u00dferst netten Leute verkaufen ihren sorgsam handverlesenen Arabica Kaffee f\u00fcr teures Geld als \u201ecristal de la monta\u00f1a\u201c ausschlie\u00dflich nach Japan. \u00dcberhaupt werde der kubanische Kaffee exportiert. Was einem in Kuba gew\u00f6hnlich serviert werde, sei billiger Import aus Brasilien. Wir kosteten vom \u00f6rtlichen Produkt. Nicht schlecht.<a href=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4849.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4849.jpg\" alt=\"IMG_4849\" class=\"alignleft size-full wp-image-677\" height=\"256\" width=\"256\" srcset=\"https:\/\/blogs.bu.edu\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4849.jpg 256w, https:\/\/blogs.bu.edu\/mzank\/files\/2017\/07\/IMG_4849-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das war gestern. Heute war Miriam krank. Schlimmer als ich vor zwei Tagen. So radelte ich allein zum Hotel Ancon um f\u00fcr morgen eine Tauchstunde zu reservieren. H\u00e4tte man doch auch telefonisch machen k\u00f6nnen, oder? Nein, durchaus nicht. Wir hatten dort mehrfach direkt und zuletzt heute Morgen \u00fcber die Hotelvermittlung angerufen, aber niemand hatte sich gemeldet. Daher der Entschluss, die Sache selbst in Augenschein zu nehmen und, wenn m\u00f6glich, eine Einf\u00fchrungsstunde f\u00fcr uns zu buchen. Ich fand schlie\u00dflich auch das Tauchzentrum von Ancon, von dessen Existenz wir bereits bei der Vorbereitung unserer Reise aus dem Internet wussten. Tauchen lernen war auf unserer gemeinsamen Wunschliste f\u00fcr Kuba. Zun\u00e4chst musste ich an den Parkw\u00e4chtern vorbei, die zum Personal der Coco-Bar geh\u00f6rte, die ihren Stand direkt neben den Tauchlehrern hatte. Ich k\u00f6nne mein Fahrrad nicht auf den (leeren) Strand mitnehmen, sondern solle es am Eingang festschlie\u00dfen. Kein Problem. Das koste au\u00dferdem einen CUC. Wieso, sagte ich und kramte irritiert in meiner Hose. Ich hatte nur einen halben CUC. Nein, das sei nicht genug. Und wie wenn ich das Fahrrad etwas weiter hinten abstellte? Nein, das koste alles einen CUC. Wissen Sie was, sagte ich dann irritiert, ich gehe jetzt in das Tauchzentrum, dort brauche ich genau f\u00fcnf Minuten, und ich werde nicht einen CUC f\u00fcr nichts ausgeben. Dann lie\u00df ich die Dame und den Herrn stehen, die mich weit\u00e4ugig ansahen, mich aber nicht aufhielten.<\/p>\n<p>Aus dem Tauchzentrum, einer H\u00fctte mit Schreibtisch und einer ausf\u00fchrlichen Preisliste im Hintergrund, kam laute Musik. Vom Strand kam ein Mann um die vierzig, sportlich, offenbar Tauchlehrer. Sein Name war Igor. Ich verstand jetzt, weshalb niemand ans Telefon gegangen war. Nein, sagte Igor. Das habe nichts mit der Musik zu tun. Sie h\u00e4tten n\u00e4mlich gar kein Telefon. M\u00f6glicherweise klingelte es im Segelzentrum gegen\u00fcber, zu dem sie geh\u00f6rten, aber da sei niemand. Die Tauchstunde konnte ich problemlos und ohne Vorauszahlung reservieren. Mal sehen wie wir uns morgen f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Als ich f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter mein Fahrrad wieder losmachte, stand die Frau immer noch dort. Sie fragte mich, ob ich aus Trinidad gekommen sei. Nein, aus La Boca, meinte ich und w\u00fcnschte ihr einen guten Tag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Sonntag 4. Juni, La Boca bei Trinidad, Santo Spiritus] Letzten Dienstag fuhren wir nach Trinidad. Dort war unser Sohn mit seinem Patenonkel Tom\u00e1s Anfang Januar gewesen. Sie fanden damals fast keinen Raum in einer der vielen Herbergen In der Nebensaison hatten wir keinerlei Schwierigkeiten dieserart. 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